Mit Optimismus in die Zukunft
Neujahrsempfang der Gemeinde: Bürgermeister schlägt Sondertilgung vor
Nottuln - Das Klima war bestens. Draußen hatte es mit knapp 6 Grad über Null beste Pils-Temperatur. Und was kühler sein musste - zum Beispiel der Schampus - , hatte Maria Gerson, die erfahrene Büfett-Dame, im Schnee verbuddelt. Drinnen angenehme Liebenswürdigkeit beim Small Talk. Nebenbei noch die Plakate einer Karikaturen-Ausstellung zum Schmunzeln. Fazit: Der Neujahrsempfang des Bürgermeisters stand unter einem guten Stern. „We are the young“ zwitscherten die Steverlerchen von der Bühne im Forum des Gymnasiums.
Und sie konnten sicher sein, noch nie ein so gemischtes Auditorium gehabt zu haben. Denn alle waren gekommen - von den Kindergärtnerinnen bis zu den Großbauern, von den Damen und Herren aus den Ratsfraktionen über den Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier bis hin zum Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling. Dazwischen Vertreter der Sportvereine, der Kirchen, der Feuerwehren, der Schulen, der Vereine und Banken. Das Wahljahr hat bereits begonnen. Da mochte keiner fehlen. Schließlich hat Bürgermeister Peter Amadeus Schneider auch um seinen Posten zu kämpfen. Sein von der CDU vorgeschlagener Mitbewerber, Raphael van der Poel, stand auch unterm Volk.
Der Bürgermeister listete auf, mischte geschickt und routiniert Dank und Erwartung; berichtete über Erreichtes und in Planung Stehendes. Diskussionen gab es an diesem Tag nicht am Mikro, nur an den Stehtischen.
„Sie, die Bürger und Bürgerinnen unserer Gemeinde, sind der Grund für Optimismus. Weil Ihnen die Gemeinde am Herzen liegt“, sagte Schneider. „Ein Saal voller Ehrenamtlicher. Mit Geld nicht zu bezahlen. Mit Begeisterung, menschlicher Wärme und Zuneigung im Einsatz für die Sache.“ Und mit Blick auf den Gaza-Krieg betonte Schneider: „Wir sind aufgerufen, für den Frieden tätig zu werden. Schon im Kleinen, in den Familien, am Arbeitsplatz.“
Lob und Dank gab es für den Rat, für die wenigen Mitarbeiter der Verwaltung mit ihrer vielen Arbeit.
Und dann kam Schneider zum „optimistischen Ausblick in die Zukunft Nottulns.“ Neue Baugebiete seien auf den Weg gebracht in Nottulns Süden, in Darup und mit realistischen Aussichten auch für Schapdetten.
Und zum Geld: „Das überregional viel beachtete Finanz-Dienstleistungszentrum ist auf den Weg gebracht. Das Haushaltskonsolidierungskonzept für Nottuln steht. Die Aufräumaktion Appelhülsen-Nord hat der Gemeinde Millionen erspart.“
Und dann die Überraschung: Der Bürgermeister kündigte an, dass er aufgrund der guten Liquidität der Gemeinde dem Rat vorschlagen werde, im Fall der Verbindlichkeiten gegenüber der Gewerbe- und Industrieförderungsgesellschaft (GIG) eine Sondertilgung in Höhe von 2,7 Millionen Euro vorzunehmen.

Die Steverlerchen sorgten mit ihrem Gesang für die musikalische Begleitung. Fotos: Dieter Klein
Und noch ein paar positive Dinge hatte Schneider aus seiner Sicht zu berichten: Der Bürgerbus fahre, der Runde Tisch gegen Gewalt agiere erfolgreich, noch erfolgreicher wirtschafte der Fotovoltaikpark in Appelhülsen. Jetzt fehle nur noch die Bürgerstiftung. Für die bat er um eine spürbare Spende, ein materielles Zeichen zur Unterstützung der Bürgerstiftung. Und zum Schluss meinte der Bürgermeister: „Wir haben allen Grund, in Nottuln glücklich zu sein. Und wir haben allen Grund, mit Optimismus in die Zukunft zu sehen.“
VON DIETER KLEIN, NOTTULN