Kommunalwahl 2009: Schneider tritt an
Aberglauben – damit kann Bürgermeister Peter Amadeus Schneider nichts anfangen. „Freitag, der 13.“, das ist für den 52-jährigen ein Datum wie jedes andere auch. Doch der gestrige Freitag hebt sich aus der Masse der Freitage ab, gerade für den Nottulner Bürgermeister. Denn Schneider macht 51 Wochen vor der Kommunalwahl 2009 öffentlich, was viele von ihm erwartet haben: „Ich werde mich wieder zur Wahl für das Bürgermeisteramt stellen“, kündigte er im Redaktionsgespräch seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit an.
Die Verpflichtung gegenüber der Gemeinde und ihren Menschen, die Freude an der mit dem Amt verbundenen Arbeit und das Ziel, für Nottuln noch einiges zu erreichen – all dies sind Beweggründe des gebürtigen Münsteraners. „Das Bürgermeisteramt ist schon auf eine lange Kontinuität ausgelegt“, betont Schneider. Fünf Jahre seien eine zu kurze Zeit. „Der Ort verdient es, dass man länger zur Verfügung steht.“
Uneingeschränkt räumt er ein, dass ihm die Arbeit als Bürgermeister mehr Freude bereitet, als er anfangs gedacht hat. Vor allem die vielen Begegnungen mit den Bürgern schätzt er. Das sei schon eine starke Motivation.

Kandidiert für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister: Peter Amadeus Schneider.
(Foto: Ludger Warnke)
Und natürlich will er noch viel erreichen. „Man soll nicht auf halbem Wege stehen bleiben“, sagt Schneider. Vieles sei angestoßen worden und die Gemeinde habe ein Recht darauf, dass dies zu Ende gebracht werde. „Aber ich selbst nehme für mich auch das Recht in Anspruch, dies zu Ende bringen zu dürfen“, erklärt er selbstbewusst.
Schneider kandidiert diesmal aus dem Amt heraus. Alleine ist er aber nicht. Mit seiner eigenen Partei, der SPD, und mit UBG und Grünen hat er im Vorfeld gesprochen. „Alle drei Gruppen unterstützen wieder meine Kandidatur“, freut er sich. Die Gespräche seien sehr positiv verlaufen, man sehe mit großem Optimismus der Wahl entgegen. Eine Unterstützung auf Gegenseitigkeit, denn Schneider will im bevorstehenden Wahlkampf auch diese drei Parteien unterstützen.
Dass die CDU ihm einen Mitbewerber um das Bürgermeisteramt zur Seite stellen wird, damit hat Schneider keine Probleme. „Auswahl ist gut für die Demokratie“, formuliert er staatsmännisch und fügt dann pfiffig hinzu: „Die Nominierung eines respektablen Kandidaten ehrt auch den Amtsinhaber.“ Die vergangene Legislaturperiode habe aber gezeigt, dass es gut sei, wenn keine Partei die absolute Ratsmehrheit habe.
Die Entscheidung zur Kandidatur hat der 52-Jährige natürlich auch mit seiner Frau Kirsten besprochen. Beide sind sich einig: Hier in Nottuln soll der Lebensmittelpunkt bleiben. „Wir haben uns noch nirgendwo so wohl gefühlt wie in Nottuln“, sagt Schneider.
Nottuln wieder im sicheren Fahrwasser
Nottuln. Es ist vieles erreicht, aber noch nicht alles vollendet: Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Bürgermeister Peter Amadeus Schneider eine positive persönliche Bilanz der letzten Jahre gezogen. Schneider freut sich, dass es mit dem Gewerbegebiet Beisenbusch nun endlich geklappt hat. „Das geht auf die Verhandlungen zurück, die ich geführt habe.“
Eine große Aufgabe sei auch das Aufräumen in Appelhülsen gewesen. „Ich habe zwar die Schulden nicht verhindern können“, sagt er. Doch habe man nun Klarheit über die Verbindlichkeiten und die Zukunft. Schneider sieht die Gemeinde wieder im sicheren Fahrwasser, weitere Millionendefizite seien vermieden worden.
Als Erfolg wertet Schneider auch die Weichenstellung für eine kluge Wohnbaulandpolitik im Ortsteil Nottuln. Nicht mehr im Westen, sondern im Süden soll die weitere Entwicklung erfolgen. Für Darup und Schapdetten bleibe es bei einer maßvollen Entwicklung. „Wir dürfen dort nicht stehen bleiben, die Ortsteile aber auch nicht überfordern.“
Der Bürgermeister schätzt die Mitarbeit in vielen Arbeitskreisen und Netzwerken, weiß aber auch, dass die Haushaltskonsolidierung eine wichtige Aufgabe bleibt. „Haushaltskonsolidierung heißt aber nicht Ausgabenstopp um jeden Preis“, erklärt Schneider. „Man darf nicht einfach die Bedürfnisse der Bürger für mehrere Jahre aufs Eis legen.“ Die Sporthalle in Appelhülsen bleibe ein Ziel.
Eine nachhaltige Politik, eine wirtschaftlich erfolgreiche Gemeinde und eine effiziente Verwaltung sind die Ziele, die sich Schneider gesteckt hat. Sein Amt wolle er auch weiterhin bürgernah und unabhängig im Sinne von überparteilich ausüben.
VON LUDGER WARNKE, NOTTULN